Alltagstausch

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Archiv: Oktober 2010

Liebe Leser !

Heute geht es allerdings nicht um ein Kraut , sonder um einen Strauch, die Berberitze (lat.: Berberis vulgaris).

Früher sagte man an der Größe der Früchte den Winter voraus: lange Früchte hieß milder Winter, eher rund bedeutete frostig und schneereich. Ein weiterer Mythos besagt, die Dornenkrone Christ sei aus dem Holz der Berberitze. Ursprünglich soll der Strauch angeblich aus dem Norden Afrikas stammen, und vom Stamm der Berber seinen Namen bekommen haben.

Lange bevor bei uns ZitrusfĂĽrchte bekannt wurden, verwendete man die Berberitzen-Frucht als wichtiger Vitaminlieferant fĂĽr lange Wintertage, da sie einen sehr hohen Vitamin C- Gehalt hat.

Wie erkenne ich´s ?

Dieser Wildstrauch ist bei uns häufig an Waldrändern oder in Hecken zu finden. Zu erkennen ist er im Frühjahr durch kleine rundliche gelbe Blüten, und im Herbst sehr gut an den leuchtend roten länglichen Früchten, die heuer in großer Zahl zu finden sind.

Für Naturgärtner sehr interessant ist die Berberitze als Wohn- und Brutort für kleinere Vögel sowie die Haselmaus.

Wir verwenden nur das Fruchtfleisch, denn alle anderen Pflanzenteile enthalten das Alkaloid Berberin, daher sollte man die Berberitze nicht zur Selbstmedikation verwenden.

Rezepttipp:

  • Bei Lamm- und Wildbraten kann man ca. 10 min vor SchluĂź reichlich FrĂĽchte dazugeben, was dem Braten ein fruchtiges Aroma verleiht.

  • Aus den FrĂĽchten den Kern herauslösen, Fruchtfleisch trocknen, und dann im Winter als kleine Vitamin-“Bomben“ knabbern.

Also, bis zu nächsten Mal und immer die Augen nach grünen Schätzen offenhalten !!

Unter „Apple iphone“ findet Google rund 207 Mio. Einträge. „Da geht noch was“ dachte ich mir und entschloss kurzerhand, auch einen kleinen Bericht über diese schwarze Magnetscheibe zu schreiben. Magnet deshalb, weil es meine Finger immer wieder aufs Neue wie ein Magnet anzieht. Doch wie soll mein Bericht unter all den anderen hervorstechen und was in aller Welt veranlasst mich, diesen Bericht am Lammertal Blog zu schreiben? Wenn Du dir eben dieselbe Frage stellst, lies doch einfach weiter …

Ich befinde mich gerade im tiefsten Tiefschlaf, den ein Mensch nur haben kann als plötzlich wie aus dem Nichts der laute 2-Takt Motor des Traktors neben mir aufheult. Schlagartig reiße ich meine Augen auf und blicke geradewegs ins Scheinwerferlicht, welches rasend schnell heller und größer wird. Jetzt ist es aus mit mir! Schon beginnt der „Film des Lebens“ in mir abzulaufen. Doch halt - was jetzt – plötzlich verschwand der Traktor so schnell wie er zuvor gekommen war.

Langsam erreicht der Sauerstoff meiner ersten tiefen Atemzüge die hintersten Windungen des Gehirns und lässt die Dunkelheit um mich herum etwas vertrauter wirken. Als der Traktor erneut aufheult und zum zweiten Anlauf ansetzt, beginnt die Skepsis in mir hochzusteigen. In diesem Moment fährt meine neben mir liegende Frau wie vom Blitz getroffen herum und meint mit ziemlich bestimmender Stimme: „Schalte bitte ENDLICH den blöden Wecker aus!“ Nun kann auch ich 1+1 zusammen zählen. Ein Kontrollblick in das (plötzlich rechteckige) Scheinwerferlicht bestätigt meinen Verdacht, soeben erstmals von meinem neuen iphone geweckt worden zu sein.

Leider habe ich es verabsäumt, den Ton des Weckers zu überprüfen und mich somit einer unnötigen Schrecksituation ausgesetzt. Zu allem Überfluss hat der „Traktorsound“ auch meinen Sohn im Zimmer nebenan ermutigt, die Gitterstäbe hochzuklettern. Mit einem lauten „SARAH“ startete er den ersten Versuch, seine Schwester über den scheinbar kurz bevorstehenden Sonnenaufgang zu informieren. Jetzt zählte jede Sekunde! Ein hastiges drücken an alle Ecken und Kanten des iphones lies den Traktor verstummen. Zwei Sekunden später hielt ich schon meinen 2-jährigen Sohn in Händen, um ihn behutsam wieder ins Bett zu legen. „Es ist mitten in der Nacht, schlaf weiter“ hörte ich mich sagen. Insgeheim sprach ich ein Stoßgebet, nicht umsonst den Wecker auf 5:20 Uhr gestellt zu haben. Kurz dachte ich über eine App nach, welche Kleinkinder zum Einschlafen bringt, doch in diesem Fall reichten meine Worte.

10 Minuten später stand ich schon mit Rucksack und Wanderstöcken bewaffnet vor der Haustüre. In vollkommener Dunkelheit wollte ich die Stoppuhr an meiner Armbanduhr aktivieren. Da dies ohne Licht nur schwer möglich war, stoppte ich kurzerhand mit dem iphone.

Nach den ersten 10 Gehminuten war es vorbei mit den Straßenlaternen und eine Taschenlampe musste her. Ich will ehrlich sein, es gibt zwar eine App welche das iphone zur Taschenlampe werden lässt, doch meine Stirnlampe war doch um einiges praktischer.

Die erste Stunde geht’s ziemlich steil im Wald den Berg hinauf. Als ich endlich wieder freie Sicht nach oben habe, nehme ich erleichtert zur Kenntnis, dass der Nebel kurz unterhalb der Wandalm schon wieder zu Ende ist. Er war zwar die letzten 400 Höhenmeter sehr dicht, doch das sollte später kein Problem darstellen. In der Wandalm angekommen beginnt es schön langsam zu dämmern. Hier lässt die iphone Kamera noch einige Wünsche offen.

Ein weiteres Ziel ist der First. Die nächsten 400 Höhenmeter haben es in sich, nicht umsonst ist der Wanderweg mit einem schwarzen Punkt versehen.

Auf 1.800 Metern zwischen Schallwand und Tagweide angekommen, eröffnet sich mir erstmals der Blick auf den Gosaukamm und den dahinter liegenden Dachstein. Zudem geht mein Wunsch in Erfüllung, bei Sonnenaufgang am Grad zu stehen. Langsam färben die ersten Sonnenstrahlen die Nebeldecke über dem Tal in ein wunderschönes rot. Wieder fesselt mich mein iphone und ich muss sämtliche Kamerafunktionen austesten.

Die nächsten 250 Höhenmeter hinauf zum Gipfel der Tagweide sind von Frust und Ärger geprägt. Unzählige Versuche, Guten Morgen Grüße mit einem Foto vom Sonnenaufgang auf mein Facebook Profil hochzuladen, scheitern kläglich. Kein Empfang, Edge, 3G, kein Empfang … - IHR FOTO KONNTE NICHT HOCHGELADEN WERDEN – WOLLEN SIE SPEICHERN? Schon vermisse ich meine MOBILKOM A1 Sim Karte, die mir in den letzten 20 Jahren in jeden noch so engen Graben guten Netzempfang bescherte. Doch leider muss ich nun mit T-Mobile vorlieb nehmen und Abtenau bzw. die umliegende Bergwelt zählt wohl nicht zu deren Hotspots.

Am Gipfel angekommen wandere ich ein wenig hin und her, bis eine Stelle mit akzeptablem Netzempfang gefunden ist.

Nach einem schnellen Red Bull verrät mir ein Blick auf die Uhr, in spätesten 30 Minuten zuhause zu sein sollen. Die 1.500 dazwischenliegenden Höhenmeter würden den einen oder anderen nervös machen – doch ein iphone Besitzer bleibt ruhig! Vor allem wenn dieser seinen Gleitschirm mit auf den Berg gebracht hat :-)

Doch die Nebeldecke könnte ein großes Problem darstellen.

Schnell den Safari Browser meines iphones geöffnet und die Webcam Sonnleiten in Abtenau gecheckt.

Die letzte Aufnahme ist 10 Minuten alt und zeigt, dass der Hochnebel bis knapp Kohlhof reicht und der Ort frei ist. Genug Reserve fĂĽr mich, einen geeigneten Landeplatz zu finden, sobald ich den Nebel durchdrungen habe.

Schnell noch zu Hause angerufen (mit dem iphone :-) ) und wenige Handgriffe später liegt der Gleitschirm ausgebreitet hinter mir. Gurtzeug angelegt und es kann losgehen. Zuvor muss aber noch das iphone einen geeigneten Platz finden, von wo aus es auch während des Fluges leicht erreicht werden kann.

Ein paar schnelle Schritte und der Berg fällt unter meinen Füßen weg.

Anstelle die Aussicht zu genießen, habe ich schon wieder mein iphone in Händen und schieße die ersten Fotos.

Auch ein kurzes (40 sec) Video wird gemacht.

Nun wird es Zeit zu meinem Haus zu navigieren. Letztendlich ist das Tal bis zu 13 km breit und nach Möglichkeit will ich nach Durchfliegen der Nebeldecke in der Nähe meines Hauses sein.

Praktischerweise habe ich direkt vor dem Haus ein Cache gelegt. (Solltest Du nicht wissen, was ein Cache ist, bist Du ein Muggel. Hier erfährst Du mehr über Caches bzw. eines meiner weiteren Hobbys, dem Geocachen).

Ich öffne also die Geocaching-App und navigiere mittels Kompass. Am Display sehe ich wie die Entfernung zum anvisierten Punkt stetig weniger wird und als ich nur noch 50 Meter entfernt bin, beginne ich in engen Kreisen Höhe abzubauen.

Ein letzter Blick über das nebelbedeckte Tal und ich tauche ein. Sollte das nun ein übergenauer Gleitschirmfluglehrer oder gar ein offizieller „Gleitschirmpolizist“ lesen: Ja, ich weiß – die Sicht bis zum Turnschuh ist keine Bodensicht. Aber erstens machen es Segelflieger und Flugzeugpiloten auch und zweitens habe ich wirklich damit gerechnet, dass sich die Nebeldecke während meines 5 Minuten Fluges von der Tagweide aus auflöst – ehrlich!“

Nach ca. 30 Sekunden „Blindflug“ tauche ich ca. 100 Meter abseits meines Hauses aus dem Nebel. In nur einer halben Minute habe ich es geschafft, von Kopf bis Fuß nass zu werden. Schon sehe ich meine Frau und unsere beiden Kinder, die den Kopf zum Himmel strecken und nach mir Ausschau halten.

Auch die letzten 200 Höhenmeter sind schnell abgebaut und ich setzte zur Landung direkt vor der Haustüre an. Dort werde ich gleich von zwei (zum Glück ausgeschlafenen) Kindern belagert und gefragt „Wo warst Du?“ bzw. „Papa aus Wolke „ausaplumpst“ …“.

Nun habe ich auch wieder besten Netzempfang und lade die verspäteten „Gute Morgen Grüße“ auf mein Facebook Profil.

Eine halbe Stunde später komme ich frisch geduscht zum Meeting. Ich darf vor den Funktionären der Region Lammertal über die Möglichkeiten des Internets, mobiler Dienste, Online Buchungen etc. referieren. Während ich so über die Folien meiner PPT-Präsentation FLIEGE, denke ich nochmals kurz an meinen letzten FLUG zurück. SCHÖN WARS!

· Wenn auch Du einmal Lust hast, dieses Nebelmeer zu sehen – die Wanderwege rund um Abtenau sind bestens beschildert. Im Infobüro gibt’s alle Tipps und auch ich helfe gerne weiter.

· Du bist Gleitschirmpilot und möchtest einmal mit dabei sein? Dann melde Dich doch einfach bei mir.

· Aufgrund dieses Berichts willst Du Gleitschirmflieger werden – hier beginnt Dein nächstes Abenteuer.

· Aufgrund dieses Berichts willst Du ein iphone kaufen – HALLO APPLE – ICH WARS!

· Du wolltest eigentlich etwas über das iphone erfahren – tut mir leid, da musst Du schon einen Profi fragen.

· Du hast keine Ahnung, was dieser ganze Beitrag eigentlich bringen soll – tut mir auch leid, mit dieser Meinung bist Du wahrscheinlich nicht alleine.

· Einfach nur fad und langweilig – hättest ja nicht lesen müssen.

Hast Du auch schon gehört, dass Blogs von Kommentaren leben. Und auch sehr toll, wenn diese verlinkt oder mit Freunden (bspw. auf Facebook, Twitter etc.) geteilt werden. Vielen Dank ;-)

Bild: Ă–VV

Vom 23. bis 25. September fand in Abtenau die Weltmeisterschaft des Internationalen Volkssportverbandes statt.
Dem Motto: „Bewegung und Freude an der Natur“ haben sich der Internationale Volkssportverband, kurz: IVV und seine vielen Tausend Anhänger mit Leib und Seele verschrieben. Knapp 900 Teilnehmer aus 17 Nationen waren Ende September auf den Wanderwegen in Abtenau unterwegs, um Kilometer zu sammeln. „Um den Weltmeistertitel kämpfen nur ca. 10% der Teilnehmer, für den Rest steht der olympische Gedanke im Vordergrund“, weiß Organisator Stefan Brandlehner.
Strahlenden Sonnenschein bescherte der Wettergott den Wanderern an den ersten beiden Wettkampf-Tagen, der Marathon am Abschlusstag musste jedoch verändert werden, da die ursprünglich geplante Strecke in die Schneefallgrenze hinaufgereicht hätte.
Über den Weltmeistertitel bei den Herren konnte sich in diesem Jahr Jozef Stuyfs aus Belgien mit 181 km, bei den Damen Karin Reiter aus Österreich mit 124 erwanderten Kilometern freuen. Den Gruppensieg holten die „“Wanderkameraden“ aus Wien mit 3.710 km. Sogar eine 82-jährige Teilnehmerin schaffte die Marathondistanz über 42,5 km und 1.753 Höhenmeter.
„Wandern ist wieder im Trend. Auffallend viele junge Leute beteiligten sich an der diesjährigen WM“, sagt Stefan Brandlehner.
   
 

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