
Petra Holztrattner hat ein wunderbares Glasfachgeschäft in Abtenau. Mit geschickten Händen und einer Vielzahl von Schleifsteinen haucht sie Karaffen, Gläsern oder Vasen eine Seele ein und schafft damit Geschenke mit einer besonderen persönlichen Note.
Und Petra ist sehr sportlich - aber als sie mir am Dienstag ganz locker sagte, auf den “Kampl” da geht sie max. 1,5 Stunden ließ mich das seither nicht mehr los.
Nachdem ich jetzt mehr als 2 Wochen damit beschäftigt war, die Viren aus meinen Körper zu vertreiben hatte ich heute Morgen das Gefühl: Eine Skitour muss es sein, wohin? Eh klar! ( Ich weiß zwar, die Petra ist fit, aber pfhhhh - das kann ich doch dann sicherlich auch schaffen, “Männergedanken” und so…)
7.20 h schönes Frühstück, 8.15 h den Dominic zum Karkogel fahren und dann gemütlich zusammenpacken, 10.00 h Fahrt nach Annaberg und 10.15 h Start beim Parkplatz Mauerreith (1 150m)
Anmerkung: Bei so einem Projekt muss man genau auf die Uhr schauen.
Beim Anstieg begleiten mich Claudia Stöckl und Georg Freund - Ö3 Frühstück via Sony P1i - ein Tourengeher aus dem Berchtesgadenerland startet mit mir und zwei weitere Tourengeher mit KFZ Kennzeichen Salzburg Stadt bereiten sich grad auf die Tour vor.
Zu Beginn der Tour scheint noch die Sonne, gemütliches hochstapfen, kein Stress, kein Druck - nur die Natur genießen. Kurz vor der Anhöhe Loseggalm überholen wir eine Gruppe von 10 Tourengehern und gehen weiter Richtung Zenit. Aber plötzlich, nach einer Stunde Gehzeit und relativ “schiefem Gelände” rutsch ich ein paar Mal aus. Kostet Kraft und nervt mich auch ein bisserl. Der Schnee ist kompakt - hat ja schon länger nicht mehr geschneit - ich entscheide mich daher senkrecht die Rinne nach oben zu spazieren.
Das ist zwar ein bisserl anstrengender, dafür haften die Felle besser am Untergrund.
Die letzten 15 Minuten klappt das auch nicht mehr - zu eisig ist der Schnee, also wieder in Serpentinen weitergehen - und ausrutschen.
Die Sonne versteckt sich hinter den Wolken aber trotzdem ein wunderbares Gefühl. Der Mensch dampft, das Herz klopft und ich spür meinen Körper so richtig intensiv. Und plötzlich, aus: der Berg ist zu Ende, Gipfel erreicht. Eine Bergdohle begrüßt mich, kurzes Berg Heil an den Herrn aus dem Berchtesgadener Land (er war ein paar Minuten eher oben) - Rundblick genießen, T-Shirt wechseln, warm anziehen weil windig….
Und plötzlich bemerke ich nach ca. einer Viertelstunde am Grad: ich hab vergessen die Uhrzeit zu überprüfen! 12.15 h zeigt das Display. Gehzeit also rund 1 Stunde 45 Minuten für die rund 1 000 Hm.
Nix mit 1, 5 Stunden. Aber zu diesem Zeitpunkt war mir das sowas von egal, ich genoß nochmals den Ausblick in Richtung Untersberg bei Salzburg, verstaute meine Sachen und dann erlebte ich eine traumhafte Abfahrt zurück nach Annaberg.
Mein Tagesfazit: Petra ist ohne Zweifel die schnellere Tourengeherin aber ich hab den Vormittag sicher genau so intensiv genossen wie sie ihre Tour am Dienstag.
Tourenbeschreibung: >> hier
Bilder von der Tour am 18.1.09: >> hier